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Der Demenz aktiv begegnen

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter an. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 rund 230.000 Menschen in Österreich betroffen sein. Der Fonds Soziales Wien (FSW) hat sich auch 2018 intensiv mit dieser Herausforderung befasst.

Aus dem Blickwinkel der Pflege und Betreuung nimmt das Thema bereits einen besonderen Stellenwert ein – von der österreichweiten Demenzstrategie über das Strategiekonzept „Pflege und Betreuung in Wien 2030“ bis zu konkreten Handlungsleitlinien zur Qualitätssicherung. In der Praxis gewinnen individuelle Pflege und Betreuung, Unterstützung pflegender Angehöriger und verstärkte Bewusstseinsbildung immer stärker an Bedeutung.

Umfassende Pflege- und Betreuungsleistungen

So haben 2018 59.810 Menschen in Wien von geförderten Pflege- und Betreuungsleistungen profitiert. Dafür wurden rund 1,1 Milliarden Euro aufgewendet. Das Angebot umfasst Hauskrankenpflege oder mehrstündige Alltagsbegleitung, die Betreuung in Schwerpunkt-Tageszentren sowie Pflegeeinrichtungen mit speziellen Demenzbereichen, Wohn- und Hausgemeinschaftsmodelle. Zur Unterstützung pflegender Angehöriger finden in den Tageszentren immer wieder Informationsveranstaltungen statt.

Friederike Grill, Leiterin des FSW-Tageszentrums Oriongasse mit Schwerpunkt Demenz, spricht über Auswirkungen der Krankheit und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige.

Österreichweite Strategie „Gut leben mit Demenz“

Die Lebenssituation Erkrankter und ihrer Angehörigen zu verbessern, ist auch Ziel der österreichischen Demenzstrategie. So wurden für die Umsetzung konkreter Maßnahmen Handlungsempfehlungen entwickelt, um gemeinsam definierte Wirkungsziele zu erreichen. Ein Ergebnis der ersten Arbeitstagung der Plattform im Herbst 2018 war die Definition des Schwerpunkts für das kommende Jahr: „Teilhabe und Selbstbestimmung der Betroffenen sicherstellen“.

Wiener Pilotprojekt & Netzwerk

Zu den konkreten Maßnahmen zählt das Pilotprojekt „Integrierte Versorgung Demenz“, an dem der FSW gemeinsam mit dem Gerontopsychiatrischen Zentrum des Psychosozialen Dienstes Wien (PSD) und der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) beteiligt ist. Ein rasches und effizientes Ineinandergreifen verschiedener Organisationen soll Menschen schnell und unbürokratisch die Hilfe ermöglichen, die sie brauchen. Eigene MultiplikatorInnen-Schulungen zur Erhöhung der Kompetenz von Betreuungspersonen fanden im vergangenen Jahr regen Zulauf.

Seit Juni 2018 entsteht unter der Koordination der Wiener SeniorInnenbeauftragten zudem ein Netzwerk, das alle Aktivitäten zum Thema Demenzfreundlichkeit in der Stadt bündelt. Der Fokus liegt auf der Gestaltung der bestmöglichen Lebenswelt(en) für Menschen mit Demenz, ihrer Angehörigen und Bezugspersonen. Gearbeitet wird u. a. an der Schaffung von Schulungsangeboten für Betriebe und öffentliche Einrichtungen, der Aufbereitung der Thematik für Kinder und Jugendliche und der Optimierung der Behandlungskette.

Monika Badilla (Bild: FSW)

„Alle Pflege- und Betreuungsangebote in Wien sind auf künftige Herausforderungen, wie den Anstieg von Demenzerkrankungen, vorbereitet. Die Leistungen sollen sich an den individuellen Bedürfnissen der Menschen orientieren.“

Monika Badilla

Leiterin Fachbereich Pflege und Betreuung

Kund Innene Pub 01

30.000

Menschen mit Demenzerkrankungen in Wien

Quelle: Chefarzt Dr. Georg Psota/Psychosoziale Dienste in Wien – 2018