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Wohnen, wie es (zu) mir passt

Mit neuen, treffsicheren Wohnangeboten unterstützt der Fonds Soziales Wien (FSW) Kundinnen und Kunden bei einem möglichst selbstbestimmten Leben.

Menschen mit Behinderung möchten selbst entscheiden, wie sie leben und wohnen wollen. Im Rahmen des Teilbetreuten Wohnens fördert der FSW daher vermehrt Kundinnen und Kunden in sogenannten Garçonnièrenverbünden. Die FSW-Partnerorganisationen HABIT, Cardo und Caritas erweitern das Angebot seit 2018 um vier neue Einrichtungen mit rund 40 Plätzen.

Ein Verbund besteht aus mehreren nebeneinander liegenden Kleinwohnungen, ausgestattet jeweils mit Kochnische und Bad. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Stützpunkt, der rund um die Uhr mit einer Betreuerin oder einem Betreuer besetzt ist. Angeschlossene Sozialräume fördern das Gemeinschaftsleben.

Harald Motsch (Bild: FSW)

„Kundinnen und Kunden erhalten durch diese Wohnform mehr Privatsphäre und einen stärkeren Anreiz zur Selbstständigkeit. Gleichzeitig steht das Betreuungspersonal jederzeit zur Verfügung.“

Harald Motsch

Abteilungsleiter Wohnen für Menschen mit Behinderung

Auf diese Weise konnten im Vorjahr auch Kundinnen und Kunden mit schwerer Behinderung, die bisher in vollbetreuten Wohngemeinschaften wohnten, in ihre eigenen vier Wände mit individueller Betreuung ziehen. Die Wohnung wird direkt von der Kundin/dem Kunden angemietet. Wenn Miethindernisse vorhanden sind, unterstützt eine Betreuerin oder ein Betreuer bei der Problemlösung, z. B. mit Hilfe eines Betreuten Kontos.

Zeit fürs Erwachsenwerden

Auch beim Wohnen für junge Menschen mit Behinderung verfolgt der FSW neue Wege. In Zusammenarbeit mit der MA 11 – Wiener Kinder- und Jugendhilfe und dem Verein Oasis Socialis öffnete im April 2018 das Pilotprojekt „Transition" in Wien-Favoriten, das für den Innovationspreis SozialMarie 2018 nominiert wurde, seine Pforten.

In der Einrichtung finden zwölf Bewohnerinnen und Bewohner zwischen dem 16. und dem 25. Lebensjahr, die an einer komplexen psychischen Erkrankung leiden, ein Zuhause in Kleinwohnungen. Über das Eintreten der Volljährigkeit hinaus erhalten sie hier eine kontinuierliche Betreuung durch ein multiprofessionelles Team und psychiatrische Begleitung. Im halböffentlich zugänglichen Café Transition können sie soziale Fähigkeiten üben und vertiefen.

Wolfgang Haydn (Bild: SIMShot Fotografie)

„Die Innovation liegt darin, einen individuellen, an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichteten Übergang ins Erwachsenenleben gestalten zu können und stabile, professionelle Beziehungen über das 18. Lebensjahr hinaus zu ermöglichen.“

Wolfgang Haydn

Einrichtungsleiter „Transition“

Bis zur Erreichung der Volljährigkeit trägt die MA 11 die Kosten. Danach fördert der FSW das Angebot im Rahmen des Vollbetreuten Wohnens, wenn die Voraussetzungen für eine Leistung der Behindertenhilfe nach dem Chancengleichheitsgesetz Wien gegeben sind.

Neues Tarifmodell umgesetzt

2018 schloss der FSW die Entwicklung eines Stufenmodells für die Leistungen Vollbetreutes und Teilbetreutes Wohnen ab – ein wichtiger Schritt zu noch mehr Transparenz und Selbstbestimmung. Neu ist, dass alle Kundinnen und Kunden je nach Betreuungsbedarf einer Leistungsstufe von 1 bis 9 zugeordnet werden – von der stundenweisen Unterstützung bis zur Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Damit sorgt der FSW dafür, dass Menschen mit Behinderung genau jenes Wohnangebot erhalten, das sie brauchen. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass sie bei einem Einrichtungswechsel eine vergleichbare Betreuung erhalten.

Wohnplatz

136

Plätze

förderte der FSW in Garçonnièrenverbünden.

Tb Wohnen 01

2.360

KundInnen

nutzten teilbetreute Wohnangebote.

Vb Wohnen 01

1.960

KundInnen

verzeichnete das Vollbetreute Wohnen.