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(K)ein gewöhnliches Wohnhaus

Die Stadt Wien achtet darauf, brachliegende Grundstücke sinnvoll zu nutzen. Obdach Wien unterstützt wohnungslose Menschen dabei, so früh wie möglich in ihren eignen vier Wänden zu leben. Umgesetzt wird beides seit 2018 in der Siemensstraße im 21. Bezirk.

Dort entstanden auf einem ehemaligen Gewerbegebiet 241 geförderte Mietwohnungen. Die Wohnanlage ist Teil des Sofortprogramms der Wohnbau-Offensive Wiens. Das Besondere: 61 Wohnungen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialen Wohnungsverwaltung betreut, einer neuen Einrichtung von Obdach Wien. Sie bietet sowohl Wohnungsadministration als auch KundInnenbetreuung, eine Innovation in der Wiener Wohnungslosenhilfe. Per Betreuungs- und Nutzungsvertrag werden die 48 bis 80 Quadratmeter großen Ein- bis Vierzimmerwohnungen an ehemals wohnungslose Personen und Familien vermietet. Wie in einem „gewöhnlichen“ Wohnhaus wohnen die Mieterinnen und Mieter selbstverantwortlich und selbstbestimmt und zahlen Nutzungsentgelt. Hinzu kommt, dass sie bei Amtswegen, bei der Möbelsuche oder bei der Geltendmachung von Ansprüchen von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern von Obdach wohnmobil unterstützt werden, wenn sie dies wollen.

Doris Czamay (Bild: FSW)

„Leistbarer Wohnraum ist für alle Wienerinnen und Wiener essenziell, ganz besonders jedoch für unsere Kundinnen und Kunden. Durch das richtungsweisende Pilotprojekt können sie nun in den eigenen vier Wänden wohnen – ein echter Gewinn an Lebensqualität.“

Doris Czamay

Geschäftsführerin Obdach Wien

Das findet auch Frau L., die in einer dieser Wohnungen wohnt. „Ich konnte mein Glück gar nicht fassen und habe gedacht, es liegt eine Verwechslung vor. Von der Straße und aus Nachtquartieren bin ich hierhergezogen. Jetzt kann ich die Türe hinter mir zusperren und meine Ruhe genießen. Auch meine Familie und Freunde kann ich wieder zu mir, in ein Zuhause, einladen“, freut sich Frau L.

Kooperation im Rahmen der Wohnbau-Offensive

Durch das Sofortprogramm entsteht flexibler und kostengünstiger Wohnraum in System- und Leichtbauweise, der bis zu zehn Jahren zur Verfügung steht. Rund ein Drittel der Wohnungen wird über die Wiener Wohnungslosenhilfe vergeben, der Rest über die Wohnberatung Wien. 2018 konnten so insgesamt 110 Wohnungen über FSW-Partnerorganisationen an obdach- oder wohnungslose Menschen übergeben werden.

Kund Innene Pub 01

120

ehemals wohnungslose Personen

wohnen im Pilotprojekt Siemensstraße.

Coins 01

350

Euro

kostet eine Zweizimmerwohnung im Durchschnitt.